Dendroprinzip

Dendrochronologie

Die Dendrochronologie ist eine Methode um Hölzer anhand ihrer Jahresringstruktur zu datieren. Der Begriff Dendrochronologie ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern: dendron (Baum), chronos (Zeit) logos (Lehre).

In der gemäßigten Klimazone ist der jährliche Holzzuwachs – der Jahresring – sichtbar, weil sich im Baum im Frühjahr und im Spätjahr unterschiedliche Zellen bilden. Im Winter macht der Baum eine Wachstumspause und fängt im Frühling auf einmal an, neues (helleres) Holz zu bilden. So entsteht eine sichtbare Trennung zwischen dem alljährlichen Holzzuwachs. Das Alter des Baumes kann man ablesen an der Anzahl der Jahresringe. Die Jahresringbreite – das Wachstum in einem Jahr – ist geprägt von den jeweiligen Klimabedingungen des Jahres. Bei Bäumen der gleichen Art, die zur selben Zeit in der gleichen Gegend gewachsen sind, ist die Abfolge von schmalen und breiten Jahresringen sehr ähnlich. Die Abfolge von schmalen und breiten Jahresringen bzw. Klimabedingungen in einer Region ist für eine längere Periode einmalig und einzigartig.

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Die Messung der Jahresringbreiten

Im Dendrolabor werden die Jahrringbreiten eines Holzes mit einem Stereomikroskop oder Anhand digitalen Bildgebungsverfahren gemessen und in einen Computer eingegeben. Dies ergibt eine Jahresringbreite-Sequenz, die als Grafik dargestellt werden kann. Um die Ähnlichkeit zweier Jahresringbreite-Sequenzen wissenschaftlich zu ermitteln, werden sie mit Methoden der Zeitreihenanalyse, einem Teilgebiet der Statistik, aufbereitet und verglichen. Zu den wichtigsten Methoden gehört die Korrelationsanalyse, die mit Hilfe von Computerprogrammen ausgeführt wird.

Oft erfolgt eine Datierung zuerst relativ: mehrere Holzproben eines Stammes oder eines Gegenstands oder bei einer Geige, die beide Deckenhälfte, werden untereinander relativ datiert. Dabei kann man den relativen Altersunterschied feststellen.

Haben die Jahresringbreite-Sequenzen eine große Ähnlichkeit, d.h. einen hohen Korrelationswert, dann kann man aus den Sequenzen einen Mittelwert – eine Chronologie - berechnen. Diese neue Sequenz bzw. Chronologie kann als Referenz dienen.

Ausgehend von Hölzern aus der Neuzeit, deren Fälldatum bekannt ist, werden auf diese Weise neue Chronologien gebildet, auch Jahresringkalender genannt. Es gibt Jahresringkalender für Eichen im süddeutschen Raum und in der Schweiz, die bis ins 9. Jahrtausend v. Chr. zurückgehen.

Unsere Fichtenchronologien, hauptsächlich bestehend aus datierten Musikinstrumenten und Tonhölzern, gehen zurück bis 1299.

Die Dendrochronologie ist für die Archäologie zu einem unverzichtbaren Arbeitsinstrument geworden. Sie verhilft uns zu differenzierteren Erkenntnissen in ganz verschiedenen Bereichen wie Baugeschichten, Siedlungsdynamik, Waldnutzung und Klimageschichte. Auch für die C-14 Datierungsmethode erwies sich die Dendrochronologie als wichtiges Korrektiv.

Messgenauigkeit unserer Methode

Wenn genau nach Anleitung fotografiert wird, erreicht man, je nach Auflösung der Kamera eine Auflösung von zirka 2500 DPI oder 0,01 mm pro Pixel. Der fotografierte Abschnitt ist 38 mm (siehe Lineal). Von einer 10 Megapixel-Kamera werden diese 38 mm auf 3800 Pixel verteilt. (Eine 10 Megapixel-Kamera hat einen foto-empfindlichen Chip von zirka 2600 x 3800 Pixel = 10 Millionen Pixel). 38/3800= 0,01 mm pro Pixel = 2540 dpi. Mögliche Verzerrungen und Vignettierung werden mit einer Software korrigiert.